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Das Kloster mit Stiftskirche im Jahre 1964
Ein geschichtlicher Abriss des ehemaligen
Benediktinerklosters in Obermarsberg
Das Kloster mit Stiftskirche 2003
772
König Karl I. (später Karl der Große genannt) erobert die Eresburg und zerstört die Irminsul.
780
Karl I. gründet auf der Eresburg das erste Benediktinerkloster im Sachsenland.
785
König Karl weilt mit seiner Familie auf der Eresburg und lässt zu Ehren des Apostelfürsten Petrus eine steinerne Kirche (Basilika)
errichten.
799
Papst Leo III. verleiht der Basilika durch seinen Besuch eine besondere Weihe und bestätigt der Kirche und dem Kloster den von
Karl verliehenen Zehnten, Immunität und eigene Gerichtsbarkeit.
826
Kaiser Ludwig der Fromme, ein Sohn Karls des Großen, schenkt das Stift Eresburg mit allem Zubehör der von ihm 822 gegründeten
Benediktinerabtei Corvey.
853
König Ludwig der Deutsche bestätigt die Schenkung aus dem Jahr 826.
900
König Ludwig das Kind bestätigt die Privilegien des Klosters Corvey und gewährt ihm in der Siedlung Horhusen das Markt-, Münz- und
Zollrecht.
1081
Propst Erkenbert ist der erste namentlich bekannte Propst im Stift Marsberg. Er wird 1107 Abt von Corvey.
1150
König Konrad III. erteilt dem Abt Wigbold von Corvey das Recht, “zu Eresburg” alle Metalle zu graben und zu verarbeiten (Gold, Silber,
Blei und Zinn).
1155
Papst Hadrian IV. Bestätigt der Abtei Corvey den Besitz der Eresburg samt dem Zehnten in einem Umkreis von 2 Meilen.
1176
Abt Konrad von Corvey unterstellt die Magnuskirche in Horhusen dem Stift auf den Eresberg.
1205
Unter Abt Thetmar von Corvey beginnt das Kloster mit Festungsarbeiten auf dem Eresberg.
1230
Ein Feuer vernichtet die Stiftskirche und die Stadt Obermarsberg. In der Folgezeit sieht sich das Stift gezwungen, in seiner Not
verschiedene Besitzungen zu verkaufen.
1233
Beginn des Wiederaufbaus der Stiftskirche (bis 1246).
1325
Das Stift erreicht mit 12 Mitgliedern einschließlich des Propstes die Höchstzahl der Mitglieder des Konventes.
1427
Das Stift führt Klage darüber, dass der Konvent durch Kriegs- und Notzeiten schwer geschädigt sei, Mangel an allem leide und unter der
Schuldenlast fast ersticke.
1499
Die Benediktiner auf dem Eresberg gelangen durch Gütertausch mit dem Kloster Bredelar in den Besitz der gesamten Dorfgemarkung
Erlinghausen.
1614
Verordnung des Kurfürsten Ferdinand zur Wiedereinführung der katholischen Religion.
1633
Eine kaiserliche Besatzung wird im Stift einquartiert.
1646
Stift und Stadt werden zerstört. Oberstleutnant von Uffelen sprengt auf Befehl der Landgräfin von Hessen die Stiftskirche. Die drei Chöre
stürzen ein, die Fenster springen aus den Mauern, der Kirchturm wird
an der Ost- und Nordseite aufgerissen. Auch die Mauern des Stifts werden zerstört.
1669
Unter Propst Ferdinand von Metternich beginnt der Wiederaufbau der Stiftskirche (bis 1689).
1759
Der vorletzte Propst des Stifts, Caspar von Reusche, errichtet den Benediktusbogen am Eingang zum alten Klosterbezirk in Obermarsberg.
Damit ist der Wiederaufbau des im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Klosterbereichs abgeschlossen.
1765
Johann Nikolaus Zensen wird vom Abt zu Corvey zum ersten weltlichen Pastor in der Unterstadt Marsberg bestellt. Bis dahin waren
dies stets Benediktiner.
1789
Seit vielen Jahrhunderten ist das Stift Obermarsberg erstmals wieder schuldenfrei.
1803
Das Benediktinerstift in Obermarsberg wird nach mehr als tausendjährigem Bestehen von der hessischen Regierung
aufgehoben.
Heute befindet sich in einem Teil des Stifts die Amtwohnung des Pastors. Das übrige
Kloster mitsamt dem großen Garten befindet sich in Privatbesitz.
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