Home
Sagenrundweg
Kloster
Schützen
Markedenderinnen
Nachtwächter
Feuerwehr
Geschichten
Bildergalerie
Impressum
Links

Willkommen im

Historischen Obermarsberg

Die Historischen Schützen 

Bild 6: Historische Schützen vor der Schützenhalle

Bild 7: Historische Schützen bei der ersten Grenzsteinsetzung

Die Historie des Schützenwesens

Die ersten Schützengesellschaften tauchten bereits um 1300 in Flandern auf. Die flämischen Städte hatten in dieser Zeit durch Handel und Gewerbe eine hohe Blüte erreicht. Damit war Flandern aber auch Schauplatz zahlreicher Kriege. Die flämische Bevölkerung musste sich immer wieder gegen Angriffe der Franzosen und Engländer verteidigen. Die wehrfähigen Männer schlossen sich zu Schützengesellschaften oder Schützengilden zusammen. “ Überall wird mit dem Hervortreten der Zünfte gleichzeitig das Bestehen oder Entstehen einer Schützengesellschaft wahrnehmbar. Die Schützenbewegung verläuft also genau parallel mit der Zunftbewegung.” (Theo Reintges 1963) Die Schützengilden unterstanden meist dem Magistrat. So mussten die Städte auch entsprechende Waffen und Schutzkleidung vorrätig halten.

Von den Kreuzzügen waren neue Waffen bekannt, Bogen und Armbrust. An diesen Waffen erfolgte nun die Ausbildung in den Schützengesellschaften. Als bewährtes Mittel der Verteidigung breiteten sich die Schützengesellschaften sehr schnell nach Osten, Süden und Norden aus. Schon zu Beginn des 15. Jahrhunderts erreichten sich das Baltikum. ‘

Das tägliche Leben war im Mittelalter geprägt von christlichen Überzeugungen und kirchlichen Einflüssen. Eine Gemeinschaft ohne Bezug zur Kirche war nicht denkbar. So schlossen sich die Schützen vielerorts zu Bruderschaften zusammen.

Da die Zahl der Bürger in Fehde- und Kriegszeiten zur Verteidigung einer Stadt nicht ausreichte, schlossen die Städte untereinander Bündnisse, mit denen sie sich zur gegenseitigen Hilfe verpflichteten.


Zur Geschichte der “St. Peter und Paul Schützenbruderschaft
 Obermarsberg 1448 e.V”.
 

Statuten aus der Gründungszeit sind wie in vielen Schützengesellschaften nicht mehr zu finden. Eine frühe Erwähnung von Schützen findet sich aber in Geseke (1412) und Rüthen (1447). In Brilon ist sogar eine Abschrift der Statuten der Schützengesellschaft von 1417 erhalten, die aus der Zeit um 1450 stammt, wie der Historiker Hans Dieter Tönsmeyer feststellt (H.D. Tönsmeyer 1998). Nach Tönsmeyer kamen in Marsberg zur Zeit der Soester Fehde (1444-49) bereits Schützen zum Einsatz. Bei Kriegshandlungen, die sich spätestens im Jahr 1448 abgespielt haben dürften, konnten die Marsberger Schützen den Berg und das Petersstift erfolgreich verteidigen.

Marsberg stand als Grenzstadt immer wieder im Mittelpunkt von Konflikten zwischen den Grafen von Westfalen und Hessen, und den Erzbischöfen von Köln und Paderborn.
Wie Tönsmeyer berichtet, musste Marsberg sich im Jahre 1464 wieder einmal zur Verteidigung rüsten. Dazu wurden von der Stadt Rüthen eine Kammerbüchse und zwei Steinbüchsen ausgeliehen. 1465 erging ein Ersuch an die Stadt Rüthen, drei gerüstete Schützen mit Armbrust, Schild und Eisenhut zu entsenden.
Für die Steinbüchse wurden steinerne Kugeln von meist 12 bis 20 Zentimetern Durchmesser als Munition verwendet. Die Steinbüchse war mit einem Gewicht von fünf bis sechs Zentnern schwer und unhandlich.
Wesentlich leichter und beweglicher war dagegen die Kammerbüchse. Sie wog nur etwa 50 bis 60 Kilogramm und wurde mit Bleikugeln von 6 bis 7 Zentimetern Durchmesser bestückt.

Bild 8: Kammerbüchse
Als besondere Schützentracht wird ein einheitlicher Kogel angegeben, eine Kapuze mit Zipfel und großem Schulterkragen.

Vor einigen Jahren gründete sich in der Schützenbruderschaft Obermarsberg eine Kompanie “Historischer Schützen”, “die sich der Pflege überlieferten Brauchtums und die geschichtlich belegbare Ausrüstung der Schützen auf ihre Fahne geschrieben hat” (1. Hauptmann Karl-Rudolf Böttcher 1998).

Literatur:

Reintges, Theo;
Ursprung und Wesen der spätmittelalterlichen Schützengilden,
Rheinisches Archiv,
Veröffentlichungen des Instituts für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn, Bd. 58,
Bonn 1963

Tönsmeyer, Hans Dieter;
Die Marsberger Schützen in kurkölniser Zeit: Festschrift zum 550jährigen Jubiläum
der St. Peter und Paul Schützenbruderschaft Obermarsberg 1448 e.V. (Hrsg.)
Lippstadt